Federer und Fifa tragen seine Anzüge

Der Wettinger Emanuele Lucente hat sich mit seinem Schneideratelier einen Namen gemacht.Warum sogar Superagenten bei ihm fündig werden

 

Sibylle Egloff Francisco

Das Bügeleisen dampft, die Nähmaschine rattert. Garnspulen und Stoffe stapeln sich in den Gestellen. Schneiderbüstenund Kleiderständer dominieren den Raum. Im Schneideratelier von Emanuele Lucente an der Zentralstrasse 95 in Wettingen ent stehen monatlich rund 40Massanzüge.«Es istHochzeitssaison.

Momentan fertigen wir viele Anzüge für Bräutigame, aber auch ein paar für Bräute,» sagt der 36-Jährige mit einem Augenzwinkern. Er zückt ein dunkelblaues Exemplar von der Kleiderstange. Das Innere besticht durch ein rotes Paisley-Muster und einen besonderen Aufdruck. «Das sind die Umrisse von Ironman. Der Bräutigam ist grosser Marvel-Comic-Fan und wollte den Superhelden auf seinem Anzug verewigt haben», erzählt Lucente, der seit seiner Kindheit in Wettingen zu Hause ist. Die Massanzüge seiner Firma SuitArt bestechen durch ihre persönliche Note. «In der Innenseite lassen sich die Name oder Initialen des Brautpaars einnähen. Zudem setzen wir auf ein Kugelschreibertäschchen. Das ist unser Markenzeichen.» Die Kundschaft kann aus
über 10 000 verschiedenen Stoffen aus Merino-, Kaschmir- und Baumwolle wählen. «Sie stammen aus Italien und Gross britannien. Diese Länder haben in Sachen Mode das beste Gespür»,findet Lucente, der selbst italienischeWurzeln hat.Erlegt viel Wert auf edles und zertifiziertes Material. «Es geht nicht nur um den Tragekomfort und dasAussehen, sondern auch um die Gesundheit», sagt Lucente. «In billigen Stoffen finden sich Chemikalien und Düngemittel, die krebserregend sind.»Das Geheimnis für einen guten Anzug liegt für Lucente in der Innenverarbeitung. «Du kannst den besten Stoff der Welt verwenden, wenn der Anzug von innen geklebt ist, hast du verloren. Er ist dann nicht atmungsaktiv, beginnt schnell zu stinken und wirkt steif.» Der Unternehmer setzt auf Pferdehaar, das in das Innenfutter eingenäht wird.«Das hilft, dass das Jackett richtig fällt und sich der
Stoff dem Körper anpasst.»

 

Lernte schon als Kind, Hosen zu kürzen und Taschen zu nähen: Emanuele Lucente zeigt sein Geschäft in Wettingen.

Mindestens 1200 Franken für einen Anzug

Die Qualität hat ihren Preis. 1200 Franken muss man mindestens für ein Sakko und eine Hose hinblättern. Trotzdem fin den auch günstigere Anzüge und Kleider ihren Weg in das Schneideratelier. «Wir sind auch eine Änderungsschneiderei.Manchmal kostet das Kürzen und Anpassen dann mehr als die Teile selbst», sagt Lucente und lacht. Seine Kundinnen und Kunden kommen aus der ganzen Schweiz.Und sogar im amerikanischenTexas und Chicago verkauft der Wettinger Anzüge. Neben Hochzeitspaaren setzen
Anwältinnen, Ärzte, Manager, Autogaragen sowie Schweizer Hemden-Hersteller auf seine massgeschneiderte Ware. Und auch Promis schwören auf die Wettinger Schneiderei. Lucente kleidet dieKader-Leute der Fifa ein. «Pascal Zuberbühler, Pier-
luigi Collina undGianni Infantinos Sekretärin tragen unsere Anzüge.» Gerade konnte der Anzug-Profi den Vertrag mit dem Fussballweltverband um weitere vier Jahre verlängern. An der Fussball-Weltmeisterschaft 2026 in Mexiko, Kanada und den USA obliegt der Fifa- Dresscode somit der Firma aus Wettingen.

 

An der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan dabei

«Es ist eineEhre für mich, diese Personen einzukleiden und natürlich ist es auch eine guteWerbung», sagt Lucente. Damit aber nicht genug. Auch die Schweizer Tennis legende Roger Federer profitierte schon von den Diensten von SuitArt.«Wir sind die Änderungsschneiderei für den Gucci-Store an der Bahnhofstrasse in Zürich und haben für Roger Federer einen Anzug angepasst», erzählt Lucente. «Diesen hat er dann an der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle angehabt.»International einen Namen
machte sich die Firmamit einem Superagenten-Anzug, der 2,8 Millionen Franken kostet. «Er ist Nato zertifiziert, schusssicher und besteht aus speziellen Nanofasern, sodass Kaffee und Wasser einfach abperlen. Zudem bestehen die Steppnähte aus 880Diamanten», verrät Lucente. Das Projekt, das Sponsoren finanzierten, sei als Werbegag gedacht gewesen. «Doch der Nano-Tech-Stoff ist tatsächlich bei uns erhältlich.» Das Anzug-Geschäft läuft gut.Lucente konnte bereits einen weiteren Laden im Zürcher Niederdorf eröffnen. Er beschäftigt vier Mitarbeitende. Dass er jemals so erfolgreich sein würde, das hätte er in seiner Schulzeit
nicht zu träumen gewagt. «Ich hatte Pech mit Lehrern.Darunter hat meine Motivation im Unterricht gelitten.» Nach einer abgebrochenen Lehre zum Bäcker-Konditor und einem gescheitertenExkurs in der Stellenvermittlungs-undVersicherungs-branche besann sich der gelernte Detailhandelsfachmann zurück zu seinenWurzeln.

Der Meisterschneiderin seinem Element: Beldono Lucente, der Vater von Emanuele, entwirft seit über 40 Jahren Anzüge und Kleider.

 

Er führt die Familientradition weiter

Emanuele Lucente wurde in eine italienische Schneiderfamilie hineingeboren. Sein Vater Beldono und sein Onkel Vincenzo sind seit über 40 Jahren Meisterschneider. «Als Kind verbrachte ich viel Zeit im Atelier und half beim Ausfädeln, wenn Anzüge gekürzt werden mussten», erinnert sich Lucente. Erlernte, Täschli undKissen aus alten Stoffresten zu nähen, seine eigenen TShirts zu fertigen und Hosen zu kürzen. «Ich bin gut darin, doch einenAnzug von A bis Z zu schneidern, das überlasse ich meinem Vater.» Beldono Lucente ist im Hintergrund denn auch fleissig am Werk beim Besuch bei SuitArt.Erfreut sich, dass sein Sohn das Geschäft weiter führt und weiterentwickelt. Die Arbeit an der Front, das Ausmessen und Erarbeiten der Designs mit den Kunden, überlässt er seinem Sohn. 2019 gründete Emanuele Lucente die Firma Suit Art Massanzug AG, in die er das Schneideratelier seines Vaters integrierte. «Es war schon immer mein Traum, ein eigenes Geschäft für Hochzeitsmode zu führen.» Dass daraus nun viel mehr geworden ist, freut den Wettinger umso mehr. «Es wäre schön, wenn wir weiter wachsen und ich künftig auch mehr in die USA fliegen könnte, um dortAnzüge zu verkaufen», sagt Lucente. Doch nicht um jeden Preis: «Ich möchte an der Familientradition festhalten. Es ist das Feinmass und die Qualität, die uns ausmachen.»

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Suitart ist offizieller «FIFA Tailor»

 Die FIFA ist die größte weltweite Fußball Organisation. Sie organisiert World Cups und Europa Meisterschaften für Frauen und Männer. Das Generalsekretariat, welches in Zürich rund 310 Mitarbeiter beschäftigt, ist für die Verwaltung der FIFA zuständig. 

Als offizielle Schneider der FIFA hat Suitart gemeinsam mit unserem Partner «Fashion Promo» alle Personen eingekleidet. Um allen Körpergrößen- & formen gerecht zu werden, haben wir nicht nur maß gefertigte Kleider geschneidert, sondern gleichzeitig auch einen maßgeschneiderten Ansatz entwickelt. 

„Wir haben die verschiedenen Aufgaben innerhalb der Organisation der Schweizer Nationalmannschaft berücksichtigt, damit die Kleidung die individuellen Bedürfnisse berücksichtigt“, sagt Manuel Lucente von Suitart. «Und deshalb war die Zusammenarbeit als offizielle FIFA Tailors besonders spannend und wortwörtlich maß genau auf vielen Ebenen.» 

Uniformen auf Maß – darauf vertrauen Pascal Zuberbühler & Pierluigi Collina 

Wir sind stolz darauf, eine Vielzahl von Managern und anderen prominenten Persönlichkeiten der Fußballwelt betreut zu haben. Dazu gehören Pascal Zuberbühler, der ehemalige Schweizer National Goalie, Pierluigi Collina, der weltberühmte italienische Schiedsrichter und FIFA-Chef der Schiedsrichter-Kommission, sowie Gianni Infantino, der Präsident der UEFA und FIFA. Dass wir diese Personen zu unseren Kunden zählen dürfen, freut uns und erfüllt uns mit Stolz. 

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FIFA Uniformen für die Weltmeisterschaft in Qatar 

FIFA-Uniformen sind maßgeschneiderte Kleidungsstücke, die von den Spielern der Fussball-Weltmeisterschaft getragen werden. Um die Uniformen herzustellen, mussten wir sehr präzise arbeiten, um sicherzustellen, dass alle Uniformen den Anforderungen der FIFA entsprechen. 

Für die WM in Qatar haben wir eine Vielzahl von FIFA-Uniformen geschneidert und angepasst. Wir haben auch neue Anfertigungen auf Maß gemacht – damit alle Spieler mit ihrer Ausrüstung zufrieden sind. 

Als verantwortliche «FIFA Tailors», die für die Weltmeisterschaft in Qatar verantwortlich waren, haben wir exakt gearbeitet, um sicherzustellen, dass alle Uniformen den höchsten Standards entsprechen. Wir sind stolz darauf, die offiziellen «FIFA Tailors» zu sein. 

SuitArt lanciert die Abfrackprämie: CHF 200.- für Ihren alten Anzug

Sie finden alle Details zum Angebot auf der dazu eingerichteten Seite:
suitart.com/abfrackpraemie

SuitArt wird italienisch

Traditionelle italienische Schneiderfamilie übernimmt die Schweizer Maßanzug-Marke SuitArt

11 Jahre, nachdem die Schweizer Jungunternehmer David Bachmann und Mathias Böhm mit der Vision der «ersten Fairtrade Maßanzug-Marke» starteten und in der Folge die Marke SuitArt gründeten, übergeben sie die Marke an die italienische Schneiderfamilie Lucente.

Die vier Herren Lucente und das Kunsthandwerk der Maßschneidere

Meisterschneider Beldono Lucente und Roger FedererDer Patron Beldono Lucente ist Schneidermeister alter Schule. Bereits ab dem Alter von 5 Jahren arbeitete er in seiner Freizeit im Betrieb seines Vaters und im Betrieb dessen Freundes, in einer klassischen sartoria italiana. Ab dem Alter von 11 Jahren war er dann komplett involviert in die Schneiderei und machte in der Folge auch die Ausbildung zum Modedesigner und Zeichner.

Beldono Lucente ist heute mit 60 Lebensjahren einer der erfahrensten Schneidermeister der Welt. Dies liest sich schnell und verlockend, wird jedoch spätestens dann unterstrichen, wenn man seine royale Kundschaft betrachtet. Unter den vielen berühmten Kunden sind auch Roger und Mirka Federer zu finden.

Die neue Inhaberfamilie der Marke SuitArt ist hauptsächlich im Großraum Zürich wohnhaft und geschäftstätig, mit dem Hauptsitz in Wettingen. Ebenso Schneider ist der Bruder von Beldono, Vincenzo Lucente (59).
Mit der Übernahme erfolgt auch gleichzeitig die Expansion nach Kanada, wo in Windsor mit Peter Lucente der dritte Meisterschneider wohnhaft ist und dort ein Schneidergeschäft betreibt, das neu auch SuitArt angehängt wird. Auch die nächste Generation ist involviert und tritt die Nachfolge an: Mit Emanuele Lucente (31) übernahm der Sohn von Beldono Lucente ab 01. November 2019 die Geschäftsführung, nachdem er mehrere Jahre Führungs- und Markterfahrung in anderen Unternehmen sammeln durfte. Emanuele absolvierte seine Berufslehre im Modehandel bei Esprit. Gleichzeitig wurde auch er schon von Kindheit an in die Geheimnisse der Maßschneidere und deren Handwerkskunst eingeweiht.

Neu werden alle SuitArt Anzüge Full Canvas angefertigt

Mit dem Inhaberwechsel ändert auch die Herstellungsart. Ab sofort gibt es bei SuitArt nur noch die edelsten aller Fertigungsarten von Maßanzügen. In der Full Canvas Produktionsart dauert die Herstellung rund 15 Stunden länger, die Anzüge sind dafür auf dem höchstmöglichen Qualitätsstandard, passen sich geschmeidig und elastisch dem Körper an.

Massanzug mit handgemachten Knopflöchern Full Canvas zeichnet sich durch die echte klassische Handarbeit aus (hand-piquierte Schulter- und Brustpartie) sowie durch die Einlage von Rosshaar. Diese Fertigungsart holt die SuitArt Maßanzüge in die edelste Kategorie von Anzügen. Unterstrichen wird dies durch viele Details wie handgefertigte Knopflöcher (Bild oben).

Die neue italienische Besitzerfamilie und der damit einziehende italienische Stil prägen die Schweizer Maßanzug-Marke entscheidend in ein neues Jahrzehnt. SuitArt Anzüge sind ab sofort noch repräsentativer und stehen in der Königsliga der Maßschneidere.

Die Brüder und Meisterschneider Vincenzo Lucente und Beldono Lucente

Übergabe der Marke SuitArt an die neuen Besitzer

Die Marke SuitArt geht an die italienische Schneiderfamilie Lucente

(v.l.) die beiden Gründer Mathias Böhm und David Bachmann, bei der Übergabe an die neuen Besitzer: Geschäftsführer Emanuele Lucente sowie Patron und Meisterschneider Beldono Lucente